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Canadier - Eine lange Geschichte

Bis zur Mitte des 19. Jh. waren auf dem amerikanischen Kontinent zwei Bootstypen in Gebrauch: das stabile, aber schwere Einbaumcanoe und das leichte, aber zerbrechliche Birkenrindencanoe (Birchbarkcanoe).

Für die Herstellung eines Einbaumcanoes wurde das Innere eines Baumstammes langsam ausgebrannt und mit Steinwerkzeugen ausgehöhlt. Beim Birkenrindencanoe wurden breite Stücke Birkenrinde auf einen entsprechenden Rahmen aufgespannt, mit dünnen Wurzelsträngen vernäht und von innen mit gebogenen Spanten, Querhölzern und Planken versehen. Diese Bauart erforderte bis in 6 m Höhe astfreie Birken! Die Waldindianer Nordamerikas verbesserten ihre Fahrzeuge permanent – je nach gewünschtem Einsatzzweck und regionalen Verhältnissen.

Weiße Pelzjäger und die legendären „Voyageurs”, die für die Hudson Bay Company den Pelztransport über Tausende von Meilen durch die kanadische Wildnis besorgten, machten sich die Birchbark-Konstruktion der Eingeborenen zu Nutze. Die Ureinwohner maßen oft die Geschwindigkeit ihrer Boote und ihre Fertigkeit im Paddeln gegeneinander. Weiße Siedler übernahmen diese Tradition. Canoe-Renntage wurden Teil des Gemeinschaftslebens in den Kolonien der Neuen Welt.

Um 1860 kamen zwei junge Männer, Gordon und Stephenson, bei einer jener Regatten in Ontario auf die bahnbrechende Idee: Warum sollte man nicht die besten Eigenschaften des schweren Einbaumcanoes mit den Vorzügen des leichten Birkenrindencanoes verbinden? Man könnte doch auch dünne Bretter schneiden, die man dann über ein Gerippe aus Spanten in Form bringt, wie es seinerzeit im europäischen Bootsbau schon üblich war. Damit war das legendäre Holzleistencanoe geboren und innerhalb von 25 Jahren wurde das zedernholzbeplankte „Peterborough“ zum Inbegriff des Canoes schlechthin. Hunderte von Handwerkern waren um die Jahrhundertwende im Tal des Flusses Ottonabee damit beschäftigt, diese anmutigen Wasserfahrzeuge zu fertigen.

Um 1920 waren Canoeclubs in Amerika so populär wie heute Golf- oder Tennisclubs. Während des Zweiten Weltkriegs entwickelten Flugzeughersteller Aluminiumcanoes, die sich in großen Stückzahlen billig herstellen ließen. In den fünfziger und sechziger Jahren bescherten Männer wie We•no•nah Gründer Mike Chichanowski und Gene Jensen dem Canoebau einen ähnlichen Evolutionsschub wie 100 Jahre zuvor Gordon und Stephenson, indem sie begannen, mit Fiberglas zu experimentieren.

Seit 1966 hat sich We•no•nah der Aufgabe verschrieben, schlagfeste und leichte Faserwerkstoffe in aufwendiger, handwerklicher Composite-Bauweise (= Laminat) auf Grundlage der überlieferten Bootsbau-Tradition zu Canadiern zu verarbeiten, die heute den Inbegriff von alltagstauglichen und perfekt designten Canoes darstellen. Wie die indianischen Bootsbauer Jahrhunderte zuvor entwickelt We•no•nah die Canadierformen für jeden Einsatzzweck permanent weiter. So ist es keineswegs vermessen zu behaupten, dass We•no•nah-Canadier den ursprünglichen Geist der eingeborenen Erfinder des Canoes verkörpern. Wann ist die Evolution im Canoebau am Endpunkt angekommen?

Der viermalige Canoe-Weltmeister und We•no•nah -Designer, Gene Jensen: „Ich entwerfe weiter, bis ich eine Form gefunden habe, die von selbst über´s Wasser läuft!“

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